Heute Morgen, kurz nach halb acht, ich stehe an der Bushaltestelle udn warte im leichten Regen auf mein Bus. Auf der andere Straßenseite hällt ein Bus und ich seh ein Mädchen zur Ampel gehen. Irgendwie kommt sie mir bekannt vor. Sie überquert die Kreuzung und stellt sich direkt vor mir.

„Ich kenne Dich irgendwo her, “ sage ich.

Sie nickt

„Projekt? Curiestraße?“

Sie nickt wieder, doch der Name fehlt mir.

„Anna,“ sagt sie.

Wir unterhalten uns kurz. Sie erzählt, sie hätte mir am Vortag auch warten sehen und ist deswegen extra ausgestiegen. Inzwischen ist sie in der siebten Klasse, schon wieder mehr als drei Jahre her, dass sie im Projekt war. Als wir gehen umarmt sie mich und hält sich fest.

Nur wenige Worte haben wir heute gewechselt, aber es war ihr wichtig. Es erscheint mir, als ob ich in meine Projekte mehr gegeben habe als ich mir bewußt gewesen bin. She made my day!

Danke,

 

Olav

2 Thoughts to “Made My Day”

  1. Lieber Olav!

    Wie schön! Kinder mögen nun mal Originale lieber als Kopien und das Mädchen wird es gemocht haben, dass du gelernt hast, deinen eigenen Weg zu gehen und Kinder auch ihren Weg finden zu lassen.

    Nach langer Zeit habe ich noch mal auf deiner Seite gestöbert.
    Habt ihr schon das Buch „Seelenprügel“ gelesen? Es ist lesenswert für alle, die mit Kindern zu tun haben und vielleicht löst das Buch einiges aus.

    Freundliche Grüße

    Angelika

    1. Olav

      Hallo Angelika!

      wie sagt von Hirschhausen es so schön (frei zitiert) „sie wollen wie die anderen sein? Nun, es gibt schon genug anderen…“ Ich denke, einer der schwierigste Sachen für Personen die in soziale Berufe, besonders im Bereich Bildung, arbeiten ist es, authentisch zu sein und zu bleiben. Zu groß ist häufig der Druck von Eltern, Kolleg_Innen, Leitung, Politik und Medien. Zählt man dazu noch die übergröße der Gruppen / Klassen und die nicht geringer werdende Anforderungen an der Verwaltung, kombiniert mit Probleme im sozialen Umfeld die früher auch da gelöst wurden und heute im Kindergarten und Schule landen, kann ich durchaus nachvollziehen, dass Kolleg_Innen nach eine ancheinend bewährte Schablone greifen um alles zu bewältigen.
      Vorteil scheint dabei auch noch, dass ich diese Schablone ablegen kann wenn ich nach Hause gehe und es einfacher scheint die Probleme dort zu lassen, wo sie hingehören: Auf der Arbeit.
      Scheint, denn in Wahrheit nimmt die Probleme und der Frust über Alles und Allem, inklusive der eigenen Ohnmacht was zu ändern, doch mit nach Hause. Das dieses dann nicht ohne Folgen bleibt, kann man auch an den Zahlen der Arbeitsunfähigkeit erkennen. Wieviele Lehrpersonen erreichen ohne gesundheitliche Einschränkungen das Alter wo sie in Rente gehen dürfen? Ich habe noch Glück, muss „nur“ bis 67, aber wie siet es für die jüngere Kolleg_Innen aus? Arbeiten die irgendwann bis zur eigenen beerdigung, zusammengebrochen unter alles, was sie auf den Teller geschoben bekommen?
      Das ich es meistens geschafft habe authentich zu bleiben hängt auch mit meine eigene Lebensgeschichte zusamme. Eine Geschichte, wo Gott, meine Frau, meine Kinder und wenige echte Freunde eine wichtige Rolle spielen. Ich kann nur hoffen, dass viele andere Kolleg_Innen wenigstens diesen positiven Teil meiner Geschichte selbst erfahren und dadruch so gestärkt sind, dass auch sie authentisch sind und bleiben.

      Gruß,

      Olav

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