Entgegen dem, was viele Leute meinen, ist der eigentlichen Höhepunkt der christliche Kirche nicht Weihnachten, sondern Ostern. Zwar gedenken (oder feiern) wir an Weihnachten der Geburt Jesus von Nazareth, aber ohne die gut drei Jahrzehnte später folgende Festnahme und Hinrichtung (von den Römern, nicht von den Juden wie gerne behauptet wird, aber das nur nebenbei bemerkt), wäre seine Geburt einfach nur ein weiteren Geburt gewesen.

Es wurde ein Kind geboren, ein Flüchtlingskind, unter schwere Bedingungen und danach ging alles auch nicht sofort glatt über die Bühne. Doch nach eine Umwanderung fand die Familie eine neue Heimat und das Leben nam seinen Lauf. Unaufhaltsam zu dem Augenblick, wo Jesus am Kreuz hängt und erstickt. Buchstäblich sein letzten Atem ausbläst und sagt „Es ist vollbracht“.

Der Knaller war also nicht seine Geburt, sondern sein Tod, oder genauer genommen das, was drei Tage später passiert, die Wiederauferstehung von den Toten. Der, buchstäblich, erlösenden Augenblick für die ganze Menschheit. Was danach kommt, Himmelfahrt und Pfingsten, sind „Insidergeschäfte“, denn wer nicht an Jesus Wiederauferstehung glaubt, wer die Vergebung die dadurch möglich wurde nicht in Anspruch nehmen will, der kann weder mit Himmelfahrt noch mit Pfingsten etwas anfangen. Nur durch und mit Jesus hat man zu dem Zugang, was da ermöglicht wurde.

Das Schöne dabei ist gleichzeitig das Schwierigste für den Menschen: Es ist eine Gabe, man kann es nicht erarbeiten. Die Vergebung, die Möglichkeit eines Neuanfangs in und mit Christus, das ist ein Geschenk. Das lässt sich nicht verdienen. Jesus selbst sagt dazu:

Ihr sollt nicht wähnen, daß ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen, aufzulösen, sondern zu erfüllen. (Mat. 5, 17)

Das ist schwer zu akzeptieren, leben wir doch in eine Gesellschaft die uns vorgaukelt, wir müssen alles Mögliche (und Unmögliche) verdienen und erarbeiten. Das haben auch einige Religionsführer gedacht und daraus ein wunderschönes Geschäftsmodell gemacht. „Du willst, zahlen für deine Seeligkeit? Nun, bei mir kannst Du…“ Und dort, wo Jesus frei gemacht hat von dem Gesetz, was am Ende ein hohen Preis, das Leben, forderte zur Vergebung der Schuld, hat er dieses Opfer bereits für uns gemacht. Durch ihm sind wir frei. Nicht gesetzlos, das sicher nicht, aber

„Wo ich der Herr Dein Gott bin wirst Du nicht…“ (Alternative Übersetzung aus dem Hebäischen Gesetze, die zehn Gebote). (5. Mose 5, 6 ff)

Es ist aber an diejenigen, die verstanden haben was Jesus eigentlich für sie getan hat UND das für sich in Anspruch nehmen, das ganze mit Leben zu füllen.

„An der Liebe wird man erkennen, dass ih meine Jünger seid,“ (Joh 13, 35)

Die Jünger sind gefordert, sie sollen „glaubwürdig“ leben. Dazu gehört auch, dass sie Fehler machen, weiterhin Mensch sind und dann täglich feststellen dürfen „wir sind vergeben, weil Jesus…“.

Nun fragt man sich vielleicht, was diese Ausführung mit meine Arbeit zu tun hat. Ich bin kein Pfarrer und arbeite nicht in der Kirche, aber ich sehe trotzdem eine Verbindung mit meiner Arbeit, abgesehen davon, dass ich diese als Nachfolger Jesu versuche zu erledigen.

Der Sprung den ich jetzt mache mag den einen oder anderen einen etwas zu großen sein, vielleicht sogar unpassend erscheinen, ich springe aber trotzdem: Es ist an die Betriebsräte das Betriebsverfassungsgesetz umzusetzen. Wir, die gewählte Vertreter der Belegschaft, haben Kraft Gesetz eine Aufgabe. Die müssen wir erfüllen, nicht nur zur Kenntnis nehmen und uns ausruhen auf unser Mandat. Es ist nicht an uns zu entscheiden, was uns passt oder nicht, so wie es im Gesetz steht müssen wir es umsetzen. Dort wo das Gesetz nicht eindeutig ist, gibt es die Rechtsprechung, aber wir haben das auszuführen, was das BetrVG vorschreibt. So gut wir können.

In diesem Sinne ein schönes Osterfest,

 

Olav

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