Als Mensch, egal ob jung oder alt, muss man irgendwann Verantwortung übernehmen. Etwas vereinfacht, Verantwortung für alles was man tut oder unterlässt. Dabei ist es, rechtlich gesehen, egal ob man sich dieser Verantwortung bewußt war in dem Augenblick, dass man sich entschieden hat sich so zu entscheiden wie man es tat. So etwas wie „Unwissenheit schützt für Strafe nicht“ oder so.

Aber darüber hinaus sehe ich, dass wir als starke Mitgleider der Gesellschaft auch eine Verantwortung tragen für die Schwächeren. Vergleichen wir Deutschland einmal mit den USA, sehen wir, dass wir als Gesellschaft durch unser Sozialversicherungssystem wesentlich mehr Verantwortung für die Schwächeren übernehmen als das in der USA den Fall ist. Wird man hier krank, kann man in der Regel davon ausgehen, dass eine Behandlung von einer Versicherung getragen wird und wenn das nicht der Fall ist, von ein Amt für soziale Dienste. In Amerika bleiben Hinterbliebenen nicht selten mit hohe Schulden zurück.

Natürlich, wir sind weder als Gesellschaft kollektiv, noch als individuelles Teil dieser Gesellschaft verantworltich für alles was schief geht. Wer sich bewußt und gewollt in Gefahr begibt, muss auch die Folgen dafür tragen und nicht auf die GEsellschaft abschieben wollen.

Aber das gilt auch in der Gegenrichtung:

Wenn wir als Gesellschaft nach demokratischen Prinzip entscheiden die Verantwortung für etwas zu übernehmen, dürfen wir anschließend die Verantwortung nicht auf einzelne Personen abschieben. Und dort wo das von den politisch Verantwortlichen doch geschieht, sollten die Mitlieder der Geselleschaft (wir also) solidarisch für einander da sein.

Als in 2015 viele Flüchtlinge nach Deutschland und Bremen kamen, standen wir als Gesellschaft für eine Herausforderung. Nicht zum ersten Mal in der Geschichte, aber bedingt durch die Medien vielleicht besser sichtbar und dokumentiert. Vielleict auch ein wenig aus Schuldbewußtsein heraus wurde politisch entschieden, dass wir diese Herausforderung gemeinsam bewältigen wollten. Schließlich waren und sind nicht zuletzt die in der Vergangenheit etablierte wirtschaftliche Interessen in den heutigen Krisengebiete mit ein Grund dafür, dass es zu dieser Krisen gekommen ist.

Zur Bewältigung der Aufgabe gab es die Notwendigkeit kleinschalige private Initiativen ins Leben zu rufen. Die Gesellschaft als Organisation, auch Staat genannt, konnte redlicherweise diesen Infrastruktur nicht dauerhaft vorhalten. Das funktionierte auch, überall erklärten sich Menschen bereit zu inverstieren. Nicht nur finanziell, auch in Zeit wurde investiert und nicht selten gingen beide Aspekten Hand in Hand.

So entstand, neben viele andere Initiativen, das Künstlerhaus Ausspann im Schnoor. An sich war das Objekt nicht neu, aber nachdem es vorübergehend leer gestanden hatte und auf eine neue Bestimmung wartete, kam eine kleine Gruppe engagierte Menschen die eine dort flüchtlingunterstützende Arbeit aufbaute. Was dort in den letzten, fast, vier Jahre geleistet wurde ist unglaublich. Aber Engagement alleine reichte nicht, es musste auch Geld fließen, Geld was überwiegend aus privaten Ersparnisse kam, hin und wieder über Projektmittel von Staat oder Gruppen ergänzt.

Der Staat aber, so gerne wie sie diese Arbeit sah und so gerne sie die Aufgaben die dort übernommen wurden und werden in Anspruch nimmt, lässt diese Gruppe finanziell stehen. Und dann sind wir, als individuelle Mitglieder dieser Gesellschaft, meiner Meinung nach verpflichtet einzuspringen. Es müssen (aber dürfen schon) nicht unbedingt mehrere Tausend Euro im Jahr sien die man gibt, aber wie wäre es, wenn von den Leserinnen und Leser dieses Blogs jeder zweite es schaffen würde, dort einmal im Monat gemütlich essen zu gehen. Dann verbindet man das Nützliche mit dem Angenehmen, das Team bekommt etwas Geld und die Besucher ein gutes Essen.

Oder jetzt in der Weihnachtszeit (und darüber hinaus natürlich genau so gerne) jeder Woche 5 Euro in ein Sparschein und das Geld dann einmal im Monat überweisen? Machen das 100 Leute regelmäßig, würde das ein erhebliche Unterstützung sein.

Es ist nur so eine Gedanke, nicht an Weihnachten gebunden, sondern an die Verantwortung die wir, als Gesellschaft auch für die Schwächeren haben. Schauen sie sich die Seiten des Ausspanns einmal an oder noch besser, kommen sie am 6. Dezember vorbei und trinken gemeinsam mit mir dort ein Glühwein.

In diesem Sinne

 

Olav

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