Wir leben doch in eine verrückte Welt. Heute, in Zeiten einer Pandemie, wird einiges was wir bis dato als „normal“ empfunden und gemacht haben etwas Außergewöhnliches und einges was im Laufe der Jahre als „exotisch“ betrachtet wurde wird zur Normalität. Dabei bin ich sicher, das was bis dato normal war wird in der Form nicht wiederkehren und einiges was zum „neuen“ Normal gehört wird wieder verschwinden.

Sind wir aber ehrlich, dann können wir beobachten, dass es solche Phasen im Laufe der Jahrtausende dokumentierte Geschichte immer wieder gegeben hat. Und sicherlich auch in Phasen der nicht oder weniger dokumentierte Geschichte, denn die Menschen ändern sich nicht wirklich.

Bevor jetzt wegen der letzten Bemerkung einen Sturm der Entrüstung durch die Medien geht, ich meine nicht, dass der individuelle Mensch sich nicht ändern kann -sowohl zum Guten als auch zum Bösen, sondern wir als „Menschheit“, als gesamten Organismus auf einer Erde die Teil eines Universums ist, haben uns doch nicht wesentlich geändert. Gut, wir laufen nicht mehr (jedenfalls die Mehrheit) in Felle von durch uns mühsam erlegte Tiere herum um uns für Klimaeinflüsse wie Sonne und Wind zu schützen, aber das Bedürfnis uns zu schützen besteht immer noch. Wurde früher diesen Schutz in mühsamer Heimarbeit erstellt, so beziehen die meiste Menschen sie heute aus Massenproduktion, eine Fertigung gemacht von Menschen die sie nie sehen werden, weit weg von ihre Wohnstätten.

Und, was ich ebenso erstaunlich finde, obwohl wir uns heute aufregen um die Zeiten der kolonialen Herrschaft, so beuten wir die gleiche Länder und Menschen immer noch aus. Die niedrige Lebenstandart in manche Länder wird als Ausrede benutzt die produzierende Leute wenig zu bezahlen, damit mit wir für ebenso wenig Geld uns ständig neue Sachen kaufen können.

Das jedoch geschieht nicht nur in Weitwegistan, sonder auch noch hier und heute. Landwirte zum Beispiel, bekommen kaum ein fairen Preis für ihre Produkte und, obwohl es einige wenige Landwirte gibt die durchaus ein riantes Einkommen haben, gibt es für einen Großteil der Landwirte gerade einmal genug um auf der richtige Seite des Überlebenskampfes zu stehen.

Nun kann man natürlich wunderbar politisch verkünden, dass das alles geändert werden soll udn muss, dass wir doch unsere Verantwortung nehmen sollen und auf dem Klima Rücksicht nehmen sollen, doch wie sieht die Wirklichkeit dann aus?

Kaufe ich mein Lamm beim metzger meines Vertrauens für einen Preis die darauf hindeutet, dass bei der Länge der Lieferketten der Produzent am Ende nur wenig für sein Tier bekommt, oder kaufe ich es direkt beim Produzenten? Kaufe ich im Supermarkt den billigen Milch die mit viel Mühe (und letztlich Klimaschädlich) aus Süddeutschland hier hoch transportiert wird, oder zahle ich etwas mehr für ein Produkt aus meiner direkten Umgebung? Fahre ich im Sommer zu einem Urlaubsziel welches ich in wenige Stunden bequem mit dem Auto erreichen kann, oder fliege ich wieder dahin, wo hundertausenden anderen sich auch hinbewegen, um mich dann zu beschweren, dass es in „mein“ Spanien oder „mein Italien“ nicht die vertraute Schnitzel, Pommes und Curriewurst gibt, sondern andere Gerichte? Um noch einmal zu schweigen über die brittische Touristen die sich beschweren, dass sie beim einkauf auf Malle soviele Spanier begegnen (Wahre Beschwerde bei einem Turistikunternhemn in den UK!!).

Ihr sieht, wir leben in ein verückten Welt, was nicht heißt, dass wir dieser nicht genießen dürfen. Ehrlich gesagt, ein gewisses Maß an Verrücktheit macht das Leben dann doch wieder einfacher und interessanter.

In diesem Sinne,

Olav

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