Ich bekam diese Woche eine eMail ob ich daran interessiert sei, mich an Produktforschung zu beteiligen. Grundsätzlich mache ich so etwas nicht gerne, doch in diesem Fall war (und bin) ich der Meinung, dass es nicht schlecht wäre. Vielleicht auch, weil dieses Produkt mit meiner Familie eine enge Beziehung hat, ein Onkel von mir hätte seinen Namen für dieses Produkt geben können.

Mein Onkel, angeheiratet an Vaters Seite, hieß Ben. Er war nicht groß und wirkte manchmal ein wenig wie ein Zwerg. Seine Nase war etwas knubbelig, seine Augen lagen etwas tiefer aber vor Allem, er hatte anscheinend immer gute Laune. Seine Frau, Ank, schien eher aus der Abteilung Essig zu kommen, doch der Anschein täuschte. Sie hatte, wie Ben, eine besondere Art von Humor und sorgte nicht selten mit trockene Bemerkungen oder Aktionen für großes Gelächter. Jedenfalls, bei einem Teil der Anwesenden. Mein Vater jedenfalls konnte damit nicht immer etwas anfangen, was nicht zu wundern braucht, er war Banker, Ben war Sozialarbeiter.

Ein weiteren Aspekt macht die Aktion die ich Eingangs erwähnte für mich interessant. Im Dorf wo ich aufgewachsen bin gab es nur wenige Einkommensquellen (legale jedenfalls). Ein Teil der Bevölkerung lebte in den 60-er Jahre des letzten Jahrhunderts von der Landwirtschaft, der Rest verteilte sich überwiegend über die Papierfabrik, Kakaofabrik und Reisfabrik. Übrig blieb eine kleine Gruppe der Handwerker, EInzelhändler -von denen mein Onkel mütterlicherseits einer war- erst zwei und später drei Ärzte, und noch so ein Paar Exoten im dorflichen Leben. Plus dann, in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts, die immer größer werdende Gruppe von Zugezogenen, meist aus Amsterdam, und in den verschiedenste Berufe tätig.

Als letzter, und ehrlich gesagt nicht unwichtigsten Aspekt, kam hinzu, das es sich hier um Essen handelt, auch wenn der Werbefigur des Produkts in diesem Fall eher mit Kakao assoziiert werden würde, er steht für Reis, warum auch immer.

Und Reis ist, vielleicht auch aufgrund Einflüsse des asiatischen Kochkunsts, ein nicht unwesentlichen Bestandteil meiner Mahlzeiten. Nassi Goreng (Nassi = Reis, Goreng gebacken) oder Nassi Rames (ein Sammelbegriff, in Deutschland eher als Reis mit verschiedene andere separat servierte Zutaten angeboten wird) kommt bei uns regelmäßig auf dem Tisch. Was die Zubereitung des Reis angeht bin ich aber zugegebener Maße ein Primat: Wasser kochen, Reis rein und warten bis es durch ist. Reis kochen als pragmatischer Handlung und nicht als Kunst und schon gar nicht mit Reiskocher oder sonst was.

So hatte ich letztens eine Lammkeule zubereitet. Tandoori, Kartoffel, Karotte, Zwiebel, Champignons, Alleswasdawar Gemüße und dann die Lammkeule. Kurz und scharf angebraten und dann, bei etwa 150° fast 5 Stunden im geschlossenen Behälter im Backofen. Eine kleine Flasche Becks dazu als Flüssigkeit und dann einfach kochen lassen. Serviert wurde das ganze dann mit einfacher weißen Reis und selbst gebackenes Brot. Als Abschluss gab es dann ein frischer Apfelkuchen und Kaffee. Die Gäste sind nach Hause gerollt.

So etwas mache ich gerne. Gemütlich mit Gäste zusammen essen, nichts kompliziertes, nichts aufwändiges (das Lamm ist von ganz alleine gegart). Und so hoffe ich, dass ich in nächster Zukunft mehr über unsere Essensangewohnheiten berichten kann, vor Allem, wenn wir nächster Woche ein neuen Mitbewohner aus Libanon bei uns im Haus aufnehmen können.

Und das alles in Erinnerung an Onkel Ben und der Reisfabrik.

Olav

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