Eva legte ihr Telefon auf der Seite und schaute Erik an.

„Bengt, er will das wir uns was ansehen.“

Erik schaute in die Runde als ob er um Erlaubnis fragen würde, doch Eva stand schon und nickte unr kurz in Richtung von Sven Hägar und Magdalena.

„Unterhält euch und trinkt Kaffee, bis wir zurück sind,“ meinte sie. „Es gibt noch viele Fragen die gestellt werden müssen und vielleicht noch mehr wenn wir gesehen haben was Bengt zu zeigen hat.“

„Ich komm‘ mit,“ meinte Magdalena.

Wie aus der Pistole geschossen antworteten Erik udn Eva gleichzeit.

„Nein!“

Magdalena schaute überrascht, sie schien es nicht gewöhnt zu sein widersprochen zu werden.

„Entweder es gibt dich nicht, jedenfalls für die Öffentlichkeit, dann bleibst du hier,“ fing Eva an.

„Oder du kommst mit und innerhalb der nächste halbe Stunde weiß ganz Schweden, dass hier etwas großes in Gang ist,“ ergänzte Erik.

Ohne eine Anwort von Magdalena abzuwarten verschwanden Eva und Erik zum Auto.

Als sie die Straße aufdrehte drückte Eva auf den Knopf für das Sondersignal.

„Was hat Bengt, dass es so dringend ist?“ fragte Erik etwas überrascht.

„Keine Ahnung, er meinte aber, es sei wichtig, würde die ganze Ermittlung beeinträchtigen und wir sollten uns beeilen.“

Erik trat das Gas noch etwas tiefer durch und Eva hoffte nur, dass es weder Gegenverkehr geben würde, noch jemanden meinte, noch schnell eine Ausfahrt verlassen zu müssen. Aber es geschah nichts und innerhalb einer halbe Stunde standen sie wieder am Absperrbadn. Der Tatort schien verlassen, auch wenn es außerhalb dem abgesperrten Bereich viele Fahrzeuge gab.

„Hier,“ hörte sie Bengts Stimme, ohne ihm zu sehen.“

„Wo ist hier?“ rief Eva zurück.

Am Rand des Waldstücks erschien Bengt. Er hatte einen Schaufel in der Hand.

„Hier, folge die Absperrung nach rechts bis ihr an unser Pfad kommt.“

Eva und Erik folgten die Anwiesung und wenige Minuten später standen sie vor ein ziemlich schmales aber langes und tiefes Loch.

„Was habt ihr vor?“ fragte Erik etwas überrascht.

„Das war hier bereits,“ meinte Bengt. „Aber das wirklich interessante findet ihr am Ende.“

„Leichen?“ fragte Erik.

„Noch nicht,“ meinte Bengt, „aber ausschließen will ich hier nichts mehr. Ihr müsst euch das selbst ansehen.“

Er ging vorsichtig vor und führte Eva und Erik zu eine Lucke. „Wir habe alles gesichert, ihr könnt rein. Wir haben es nur so gelassen, damit ihr sehen könnt was wir haben.“

Eva folgte Erik eine schmale Treppe herunter. Obwohl die Treppe offensichtlich alt war, war sie stabil. Das Licht unten war gedämpft. Alte Glühbirnen die ein gelbliches Licht verbreiteten. Ein weiteren Tür kam, auf den ersten Blick einfach aus Holz, doch als Erik sie öffnete, stellte Eva fest, dass die Tür viel massiver war als sie erwartet hatte. Mehrer Zentimeter Stahl und schwere Riegel die, so erkannte Eva, nur von Innen aus bedient werden konnten.

„Ach du heiliger Klimbim,“ meinte Erik erstaunt.

Sie standen in einem Raum voller Telefone und Funkgeräte. Wo in aller Welt waren sie hier gelandet?

„Das sieht aus wie ein Leitstand der Armee,“ meinte Erik und schaute Bengt an.

„Stimmt, aber es gibt nirgendwo einen Hinweis darauf, dass die Armee hier je eine Verteidigungsstelle hatte. Außerdem, die Anlage ist vom nach dem Krieg.“

„Woher weißt du das?“ fragte Eva, die plötzlich eine Ahnung hatte wer dieses Versteck gebaut haben konnte.

„Diese Telefone und dieses Funkgerät sind erst Ende der 40-er Jahre auf dem Markt gekommen. Vielleicht etwas früher für das Militär, aber sicher nicht vor 45.“

Erik schaute auf Eva und schüttelte fast unmerkbar den Kopf.

„Funktioniert das ganze noch?“ wollte Eva wissen.

„Das haben wir noch nicht ausprobiert,“ meinte Bengt. „Zunächst haben wir die Spuren gesichert, ich wollte warten bis ihr alles in ursprünglichen zustand gesehen hattet, bevor wir anfangen zu testen.“

„Was denkst du, funktioniert es?“ bohrte Eva nach.

„Ich sage es einfach mal so. Wenn ich sehe in welch erstaunlich guten Zustand dieses Versteck ist, inklusive die Tatsache, dass die Lichtanlage ohne Probleme funktionierte als wir rein kamen, kann ich mir vorstellen, dass die Geräte ebenfalls funktionieren. Nur ob wir mit jemanden in Verbindung treten können, dazu kann ich nichts sagen.“

Es war ein Augenblick still.

„Wollen wir es ausprobieren?“ fragte Bengt dann udn griff nach ein Telefon.

„Halt,“ meinte Erik in einem Ton, der keinen Widerspruch zuließ.

Bengt zog die Augenbrauen hoch.

„Ich habe einmal gelesen, dass solche Anlage mit Sprengfallen gesichert wurden. Wenn das stimmt, dann müssen wir vorsichtig sein uns nicht selbst in die Luft zu jagen. Ich werde die Anlage ausprobieren, aber dazu müsst ihr euch erst alle in Sicherheit bringen.“

„Und warum du?“ meinte Bengt.

„Weil Du der einzige Forensiker bist den ich es zutraue die gesicherte Spuren so auszuwerten, dass am Ende auch gerichtverwertbare Beweise vorliegen. Ich bin einfacher zu ersetzen.“

Sein argument leuchtete ein, aber Eva konnte sich auch den Eindruck nicht entziehen, dass Erik sicher sein wollte, dass keine Verbindungen bestanden, bevor er Bengt und sein Team weiter machen ließ.

Bengt zuckte den Schultern und winkte seine Leute zur Tür.

„Eva, du auch,“ meinte Erik.

Sie folgte Bengt nur zögerlich, zu gerne wußte sie, was Erik jetzt machen würde.

Als sie unten an der Treppe stand hörte sie wie die Tür zum Technikraum geschlossen wurde. Es knirschte etwas, aber die Riegel schienen noch in Ordnung zu sein. Hoffenlich funktionierte die Tür auch in umgekehrte Richtung, denn sie war sich nicht sicher, ob man die Tür in Notfall schnell öffnen könnte.

Wieder oben angekommen schaute Bengt Eva an.

„Gibt es etwas, was ich wissen sollte?“ meinte er.

„Erik und ich haben nichts mit einander,“ meinte Eva.

„Das meinte ich nicht. Von mir aus rammelt ihr so lange und so oft ihr wollt. Mir geht es um die Ermittlungen. Ich habe das Gefühl, dass ihr etwas vor mich verschweigt.“

„Wenn das so wäre, lieber Bengt, dann nur um Dich zu schützen. Aber es gibt nichts, wirklich nicht!“

Bengt nickte und Eva wußte, dass er ihr nicht glaubte. Sie kannte ihm aber gut genug um zu wissen, dass er ihr ersten Satz verstanden hatte.

Es schien endlos zu dauern bis Eva hörte wie die Tür unten geöffnet wurde und Erik wieder erschien. Er wirkte verstört, schien über etwas nachzudenken, doch dann schüttelte er den Kopf.

„Ich habe sämtliche Telefone probiert. Keine Reaktion und auch an den Funkgeräte meldet sich keiner. Wenn es ein alten Leitstand ist, und danach sieht es aus, dann ist die Gegenseite ebenfalls nicht mehr in Betrieb. Ich schage vor, wir schließen die Anlage und ihr wertet die Spuren aus, während ich versuche herauszufinden, was hier gemacht wurde. Möglicherweise kann Sven Hägar mir da etwas erzählen, oder kennt er Leute die was dazu wissen. Abgesehen davon, ich finde es wichtiger, dass wir erst einmal versuchen heraus zu finden wer unser Opfer eigentlich gewesen ist. Kann ja sein, dass es nur ein zufall ist, dass ihr diese Anlage entdeckt habt und das ganze nichts mit den Mord zu tun hat.“

Bengt nickt und Erik winkte Eva. „Komm, unser Frühstück war noch nicht ganz fertig.“

  • Fortsezuung folgt

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